Am 27.11.2015 haben das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend den Referentenentwurf für das neue Pflegeberufsgesetz vorgelegt.

Die Ausbildungsberufe „Altenpfleger“, „Gesundheits- und Krankenpfleger“ und „Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger“ sollen künftig in einem neuen, universellen Pflegeberuf mit der Bezeichnung „Pflegefachmann“ bzw. „Pflegefachfrau“ aufgehen. Die Bundesregierung hat die Reform bereits beschlossen, nun muss noch der Bundesrat zustimmen. Der erste Jahrgang in die Ausbildung zum Pflegefachmann könnte 2018 starten.

Die gebündelte Pflegeausbildung soll pflegerische Berufe für Nachwuchskräfte attraktiver machen und einen Wechsel der Pflegefachkräfte zwischen den Berufsfeldern erleichtern. Denn die Grenzen zwischen den pflegerischen Arbeitsbereichen verschwimmen; Altenpfleger leisten zunehmend auch medizinische Pflege, während sich Gesundheits- und Krankenpfleger vermehrt um ältere Menschen kümmern.

Die Ausbildung zum Pflegefachmann soll außerdem generell kostenlos sein, während bisher viele Pflege-Azubis Schulgeld zahlen und keine Ausbildungsvergütung erhalten.

Die Ausbildungsreform ist stark umstritten. Kritiker bemängeln, dass die Generalistenausbildung an der Praxis vorbeigehe. In einer Mitteilung eines Ärzteverbandes heißt es:

"Ein Pflegegeneralist, der wie bisher drei Jahre ausgebildet werde, sich allerdings in dieser Zeit Kompetenzen in allen drei bisher getrennten Ausbildungsberufen aneignen soll, könne zwangsläufig auch nicht annähernd die jetzt in einzelnen Berufsfeldern geforderten Kenntnisse und Erfahrungen erwerben."